Mittwoch, 1. August 2018

REZENSION zu Post für den Mörder

Buchinfo

Titel: Post für den Mörder
Autor: Thomas Chatwin
Seitenzahl: 320
Erschienen: 26.06.2018
Verlag: Rowohlt polaris
ISBN: 978-3-499-27445-9
Preis: 14,99 €

An dieser Stelle geht zunächst ein herzlicher Dank an den Rowohlt Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Inhalt

Daphne Penrose arbeitet im beschaulichen Küstenstädtchen Fowey als Postbotin der Royal Mail. Jeder kennt sie und sie kennt jeden. Eines frühen Morgens wird die Idylle an Cornwalls Südküste jedoch gestört, als Daphne beobachtet, wie im Hafen eine Boje zu Wasser gelassen wird, als das Örtchen noch schläft. Später am Tag zieht ihr Mann Francis, der Leiter des Hafens, die Boje heraus und damit auch den leblosen Körper des Reeders Edward Hammett, der daran festgebunden ist. Spätestens als noch zwei weitere Leichen auftauchen, wird Daphne und Francis klar, dass der zuständige Chief Inspector den Mordfall nicht ohne ihre Hilfe lösen kann. Dabei wenden die beiden ihre ganz eigenen Methoden an und machen somit auch bald den Mörder auf sich aufmerksam.

Erster Satz

"Schon immer hatten sie in Fowey Respekt vor der Ebbe, aber auch verschiedene Meinungen darüber."

Eigene Meinung

"Post für den Mörder" verspricht dem Klappentext nach ein amüsanter Krimi mit einem verschlafenen Küstenstädtchen Cornwalls als Kulisse zu sein, was es auf den knapp dreihundert Seiten auch einhält. Wer allerdings einen spannenden Kriminalfall mit zahlreichen schnell aufeinander folgenden Wendungen erwartet, der wird hier enttäuscht. Vielmehr plätschert die Handlung ein wenig dahin, was aber der Personenkonstellation geschuldet ist. Im Mittelpunkt steht die knapp 50-jährige Daphne Penrose, die nach dem Weggang ihrer Tochter Jenna nach London in ihrer Tätigkeit als Postbotin eine neue Berufung gefunden hat. In Fowey, dem kleinen malerischen Städtchen an Cornwalls Südküste, ist sie somit keine Unbekannte und auch sie kennt jeden, was der neugierigen Daphne sehr zugute kommt, als sie sich in den Kopf gesetzt hat gemeinsam mit ihrem Ehemann Francis den Mordfall Hammett aufzuklären. Ihre Ermittlungsmethoden sind dabei alles andere als gewöhnlich, so beherrscht Daphne beispielsweise die Fähigkeit Lippen zu lesen, was in mehreren Situation sehr hilfreich ist, und weiß auch gut mit Menschen umzugehen und ihnen geschickt die Geheimnisse aus der Nase zu ziehen. Gepaart mit Scharfsinn und einer gehörigen Portion an Mut kommt sie dem Mörder dabei gefährlich näher. Die sich häufenden Beschreibungen von Fowey, den Einwohnern und der Landschaft, haben in mir mehrmals den Wunsch geweckt, direkt in das nächste Flugzeug zu steigen, um das beschauliche Küstenstädtchen mit eigenen Augen zu sehen. Als hätte Thomas Chatwin das geahnt oder gar beabsichtigt, findet sich auf den letzten Seiten eine Auflistung an Übernachtungsmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten. Besonders gut haben mir auch die einleitenden Zitate zu Beginn jedes Kapitels gefallen, wobei P. D. James mit seiner Äußerung in "Was gut und böse ist" eindeutig den Vogel abgeschossen hat: "Mörder pflegen sich normalerweise nicht anzumelden. Mord ist eine Todesart, bei der dem Opfer, ungeachtet der grauenvollen Erkenntnis in letzter Sekunde, die Schrecken und Ängste im Vorfeld gnädig erspart bleiben." 

Der angenehm zu lesende Cornwall-Krimi "Post für den Mörder" sorgt für entspannte Lesestunden mit einer charmanten Postbotin als Ermittlerin, die sich durch keine Drohung aus der Spur bringen lässt.

Bewertung

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