Montag, 6. August 2018

REZENSION zu Fire Queen

Buchinfo

Titel: Fire Queen
Autorin: Vanessa Sangue
Reihe: Cosa Nostra (Bd. 2)
Seitenzahl: 309
Erschienen: 27.07.2018
Verlag: LYX
ISBN: 978-3-7363-0617-2
Preis: 12,90 €

An dieser Stelle geht zunächst ein herzliches Dankeschön an den LYX-Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Inhalt

Saphira De Angelis muss das zweite Mal in ihrem jungen Leben in einen tiefen Abgrund blicken. Ihr Familienclan wurde bei einem geplatzten Drogendeal von ihren Erzfeinden, den Vargas angegriffen, und in ihrer Anzahl stark dezimiert, sie liegt schwer verletzt in einem Krankenhaus und muss das tun, was sie am wenigsten leiden kann: Die Kontrolle abgeben und darauf vertrauen, dass ihre beinahe Schwägerin Rabia die Familiengeschäfte wieder auf Vordermann bringt. Dabei will sie nur eines, Madox Varga tot sehen. Zu nahe ist er ihrem Herz gekommen, wofür Saphira nun einen hohen Preis zahlen muss. Allerdings ahnt sie nicht, dass die größte Gefahr viel näher ist als sie denkt.

Erster Satz

"Ich habe dir vertraut", flüsterte Saphira mit zittriger Stimme du spürte, wie ihr eine einzelne Träne über die Wange lief."

Eigene Meinung

Da mir "Cold Princess" sehr gut gefallen hat und der fiese Cliffhanger auf den letzten Atemzügen natürlich unbedingt aufgeklärt werden wollte, habe ich den Erscheinungstermin von "Fire Queen" herbeigesehnt. Erneut taucht man ein in eine Düsternis aus Mafiaintrigen, Verrat und Leidenschaft, wobei die Gewalt- und Sexszenen die Grenze zwischen Leidenschaft und Brutalität manchmal tatsächlich etwas überschreiten, jedoch in einer Art wie es dem Grundszenario entsprechend durchaus noch angemessen ist. Tatsächlich hat mir der zweite Band der Cosa Nostra Dilogie noch besser gefallen, da neben der prickelnden Beziehung zwischen Madox und Saphira mit dem Thema Verrat ein weiterer interessanter Faktor in den Fokus der Handlung rückt. Die spannungsgeladene Story wird dabei erneut von dem nüchtern anmutenden Schreibstil untermalt, wodurch die blutigeren Szenen an Dramatik gewinnen und es gleichzeitig auch nicht tun. Generell hatte ich nun eher den Eindruck, man würde als Leser nicht mehr nur in die Rolle des stillen, unbeteiligten und distanzierten Beobachters gedrängt werden. Vielmehr scheint man durch die zahlreichen Erzählperspektiven häufig noch vor den Hauptcharakteren zu erahnen, was in Kürze auf sie zukommen sollte. Lernte man Saphira in "Cold Princess" als skrupellose Anführerin eines Mafiaclans kennen und fürchten, so bietet sich einem hier zunächst ein vollkommen anderes Bild. Von einer Kugel schwer verletzt muss sie im Krankenhaus notoperiert werden und sich anschließend acht Wochen komplett zur Ruhe setzen, um vollkommen zu genesen. Saphira war bis dato der unbezwingbare Capo der Familie De Angelis, doch nun muss sie den Vorschlag ihrer beinahe Schwägerin Rabia, das Unternehmen zu leiten bis sie wieder einsatzfähig ist, zähneknirschend annehmen. Schon vom Moment ihres ersten Auftretens, war ich Rabia gegenüber sehr skeptisch. Irgendwas haben sie und vor allem ihr Verhalten an sich, das mich stutzig werden ließ, was sich in den darauffolgenden aus ihrer Perspektive geschilderten Szenen leider bestätigte. Noch jetzt könnte ich über diese Boshaftigkeit, Falschheit und vor allem die innere Fäulnis, die sie all die Jahre in ihrer grenzenlosen Naivität und der verzerrten Selbstwahrnehmung hinter einer hübschen Fassade verbergen konnte, ungläubig und traurig ob der Folgen zugleich den Kopf schütteln. Wenigstens hat sich Madox nicht in solcher Weise verändert, wenn überhaupt ist er durch sein fortwährendes Werben um Saphira zahmer geworden, wie es mir den Anschein machte. Dahingehend war das Ende womöglich etwas zu positiv gestaltet, aber bei der Menge an Verlusten, die Saphira in ihren jungen Jahren trotz dem offensichtlichen Berufsrisiko ertragen musste, sei ihr ein Silberstreif am Horizont vergönnt, vor allem wenn dieser Madox heißt. Sehr angenehm fand ich übrigens auch, dass die beiden nicht zu dem verweichlichten Pärchen werden, welches zum Szenario der Cosa Nostra und ihren jeweiligen Stellungen darin einfach überhaupt nicht passen würde. Das zeigen einige Textstellen sehr eindrucksvoll, in denen Saphira nicht die hilflose Jungfrau in Nöten ist, die darauf wartet von ihrem Prinzen in goldener Rüstung gerettet zu werden, sondern sich durchaus zur Wehr zu setzen und das bei weitem nicht nur mit Worten.

Als Fortsetzung von "Cold Princess" sind in "Fire Queen" erneut Szenen voller dunkler Leidenschaft zu finden, die geschickt in das Handlungsszenario eines Mafiamilieus eingebettet wurden, wie auch starke weibliche Charaktere, die in einer Männerdomäne das Sagen haben und aufgrund eines begangenen Unrechts nach Rache sinnen.

Bewertung

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