Samstag, 29. Oktober 2016

REZENSION zu Letztendlich geht es nur um dich

Buchinfos

Titel: Letztendlich geht es nur um dich
Originaltitel: Another Day
Autor: David Levithan
Seitenzahl: 384
Erschienen: 25.08.2016
Verlag: FISCHER FJB
ISBN: 978-3-8414-2240-8

Preis: 16,99 €

Inhalt

Rhiannon liebt ihren Freund Justin bedingungslos, auch wenn er seine Launen stets an ihr auslässt und ihre Freunde ihn nicht leiden können. Sie sieht darüber hinweg, wenn er sie anschnauzt, sie solle die Finger von der Musik lassen da es sein Auto sei oder sie würde ihn immer terminlich festnageln wollen. Rhiannon weiß, dass er tief in seinem Inneren das gleiche für sie empfindet wie sie für ihn, nur kann er das nicht so gut zeigen. Doch dann ist plötzlich alles anders. Justin ist nicht nur den ganzen Tag lang freundlich zu ihr und lässt sie die Musik auswählen, er singt sogar lauthals mit, während er mit ihr ans Meer fährt, wo die beiden noch nie zuvor gemeinsam waren. Rhiannon ist überglücklich und in ihr beginnt die Hoffnung zu keimen, dass von nun an alles besser wird und dies der Wendepunkt ist. Aber am nächsten Tag ist alles wie immer und Justin kann sich nur düster an ihre gemeinsame Realitätsflucht erinnern. Dann taucht plötzlich ein Fremder auf, der behauptet, an jenem Tag in Justins Körper gesteckt zu haben. Er erklärt Rhiannon seine Liebe und möchte mit ihr zusammen sein. Doch wie ist das möglich, wenn diese Person jeden Tag in dem Körper eines anderen Menschen erwacht?

Eigene Meinung

Bereits "Letztendlich sind wir dem Universum egal" hat mir unheimlich gut gefallen, da die Geschichte von Rhiannon und A außergewöhnlich ist, wie auch die Jugendjury des Deutschen Jugendliteraturpreises befunden hat, indem sie das Buch 2015 mit diesem Preis auszeichnete. So habe ich mich umso mehr gefreut, als ich "Letztendlich geht es nur um dich" unter den Neuerscheinungen entdeckt habe, weil ich unbedingt wissen wollte, ob die Beziehung der beiden eine Zukunft hat. Bereits auf den ersten Seiten keimte in mir jedoch der Verdacht, dass es sich dabei um exakt die gleiche Geschichte handelt, wie sie in dem vorherigen Werk zu finden ist, der sich zunehmend bestätigte. Entgegen meiner anfänglichen Annahme war dies jedoch kein Minuspunkt, das Buch ist in meinen Augen fast so gut wie der erste Teil, weshalb es eine Bewertung von vier Eiern bekommt. Die Redundanz zu "Letztendlich sind wir dem Universum egal" ist zweifelsohne nicht zu leugnen, doch dieses Mal wird die Geschichte nicht aus der Perspektive von A erzählt, der jeden Tag in einem anderen Körper erwacht, sondern aus der Sichtweise von Rhiannon geschildert, dem Mädchen, in das er sich auf den ersten Blick verliebt. Obgleich es offensichtliche Ähnlichkeiten gibt, scheint es sich bei um eine vollkommen eigenständige Erzählung zu handeln, sodass es nicht langweilig zu lesen wurde. Es geht dabei nicht nur um eine normale Liebesbeziehung, sondern um das gesamte Konstrukt darunter. Ist es möglich, einen Menschen nur aufgrund seines inneren Kerns zu lieben? Oder spielt das Aussehen eine zu große Rolle? Rhiannon sieht sich tagtäglich mit dieser Fragestellung konfrontiert, nachdem sie A das erste Mal getroffen und sich in ihn verliebt hat.  Sie nimmt sich zwar vor, den Körper nur als Verpackung und As Seele selbst als das Geschenk zu sehen, doch trotzdem gelingt es ihr nicht, gewisse Vorbehalte abzulegen. So hat sie beispielsweise Hemmungen, sobald er sich ihr in der Gestalt eines Mädchens zeigt, noch dazu, wenn sie besonders gutaussehend ist. Ein absolutes Highlight des Buches ist auch die Sprache, denn David Levithan gelingt es auf subtile sowie wortgewaltige Art und Weise Gefühle auszudrücken, die mich sofort in den Bann gezogen hat. Zwischendurch kam mir zudem der Gedanke, es wäre sicherlich sehr interessant, die beiden Bücher parallel zu lesen, um den Blickwinkel auf die Geschichte nach Belieben zu verstellen. "Letztendlich geht es nur um dich" ist eine absolute Leseempfehlung, denn dieses Buch brilliert mit zwei ausdrucksstarken Charakteren und einer fesselnden Thematik, die definitiv zum Nachdenken anregt. "Letztendlich sind wir dem Universum egal" muss man zudem nicht gelesen haben, um die Zusammenhänge zu verstehen, doch es wäre sicherlich ganz hilfreich, das gesamte Ausmaß zu realisieren.
 
Bewertung
 
Weitere Rezensionen zur Reihe
 
 

Kommentare:

  1. Guten Morgen

    Ich wusste gar nicht, dass es einen zweiten Teil gibt. Den ersten fand ich genial. Nach deiner Besprechung bin ich mir sicher, dass ich die Fortsetzung auch lesen werde. Aus der Sicht von Rhiannon ist bestimmt sehr interessant. Eine Liebe, die mehr als schwierig ist. Ich bin echt gespannt.



    Liebe Grüße, Gisela

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    1. Guten Mittag liebe Gisela,

      ich bin auch nur durch Zufall auf dieses Buch gestoßen, als ich durch die Neuerscheinungen des Fischer Verlages geschaut habe und da war die Freude natürlich umso größer, als ich es entdeckt habe. Der erste Teil hat mir unheimlich gut gefallen und die Fortsetzung ist fast so gut. Ich bin schon sehr auf deine Meinung gespannt! Aber Achtung, das Ende ist leider nicht anders als das des ersten Buches.

      Herzliche Grüße
      Kathi

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