Donnerstag, 19. Mai 2016

REZENSION zu Letztendlich sind wir dem Universum egal

Buchinfos

Titel: Letztendlich sind wir dem Universum egal
Originaltitel: Every Day
Autor: David Levithan
Seitenzahl: 400
Verlag: FISCHER FJB
ISBN: 978-3-8414-2219-4

Preis: 16,99 €

Inhalt

A wacht jeden Morgen in einem neuen sechzehnjährigen Körper auf und durchlebt in diesem jeweils einen Tag. Mal ist er ein unauffälliger Streber, ein schwuler Hippie oder ein mittelmäßiger Footballspieler, an anderen Tagen die Diva der Schule und auch in den Körpern von Junkies ist A schon gewesen. Seit er denken kann ist dies so, sodass er sich irgendwann an dieses Leben gewöhnt und Regeln aufgestellt hat. A darf sich auf keinen Fall zu sehr auf die entsprechende Person einlassen und schon gar nicht auffallen, geschweige denn Spuren hinterlassen. Doch dann werden jene Grundsätze aus den Angeln gerissen, als ihn die Liebe mit voller Wucht trifft. A will mit Rhiannon den Rest seines Lebens verbringen und riskiert alles für sie. Aber kann sie jemanden lieben, der jeden Tag ein anderer Mensch ist?

Eigene Meinung

"Letztendlich sind wir dem Universum egal" ist eins der Bücher, die schon eine gefühlte Ewigkeit auf meiner Want-To-Read-Liste stehen, nicht zuletzt wegen des außergewöhnlichen Covers, und jetzt durfte ich den kleinen literarischen Schatz endlich lesen, der mit vier Eiern belohnt wird. Bereits nach den ersten gelesenen Worten war ich von David Levithans besonderem Schreibstil fasziniert und gefangen. Es fühlte sich tatsächlich so an, als würde ich im Körper der jeweiligen Person stecken und würde einen Tag lang deren Leben durch ihre Augen sehen. Fragen, über die ich bis jetzt noch nie nachgedacht hatte, ploppten in meinem Kopf auf. Wie wäre es, ohne einem speziellen Geschlecht oder einer bestimmten Familie anzugehören nur man selbst zu sein, ohne sich an etwas orientieren zu können? Was wäre, wenn man jeden Tag eine neue Chance hätte, das Leben so zu genießen wie es das Schicksal vorgibt? Aber im Zuge der Geschichte stellt sich natürlich auch die Frage, ob es möglich wäre, sich in eine Person zu verlieben, die jeden Tag eine andere Silhouette zur Schau trägt. Könnte man tatsächlich jemanden lieben, der körperlich so gestaltlos, in seinem Innersten aber zugleich so beständig ist? Mit diesen Gedanken beschäftigt sich vorliegendes Buch sehr eingehend auf charmante und begeisternde Art, voller Gefühl, sodass die Emotionen von einer Seite zur nächsten von Trauer zu unbändiger Freude schwanken können. Obwohl ich eigentlich immer dachte, ich könnte mich wohl nie für die langweilige Philosophie von Kant, Aristoteles und wie sie alle heißen aus dem Unterricht begeistern, doch die philosophischen Anklänge in dieser Geschichte haben mich wirklich ins Grübeln gebracht. Es sind keine theoretischen Überlegungen über das Modell der Seele, sondern Thematiken, die jeden Einzelnen betreffen und durch As außergewöhnliche Lebensweise essentieller sind denn je. Er lebt von Tag zu Tag, immer mit dem Bewusstsein, dass morgen nichts so sein wird wie heute. Auch wenn mir die Romanze, die sich zwischen A und Rhiannon entwickelt hat, an einigen Stellen etwas zu kitschig waren, hat mich die Geschichte hellauf begeistert. Vor allem das Ende ist einfach unglaublich und macht das Buch zu etwas ganz Besonderem, das ich jedem nur wärmstens ans Herz legen kann.

Bewertung
 
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