Dienstag, 28. Juli 2015

REZENSION zu Der Mitternachtspalast

Buchinfos

Titel: Der Mitternachtspalast
Originaltitel: El Palacio de la Medianoche
Autor: Carlos Ruiz Zafón
Seitenzahl: 352
Verlag: FISCHER Taschenbuch
ISBN: 978-3-596-52062-6
Preis: 12,00 €

Inhalt

Kalkutta 1932: Ben und seine Freunde sind im Waisenhaus aufgewachsen, wo sie eines Tages die geheime Chowbar Society gegründet haben, doch nun ist die Zeit gekommen ihre eigenen Wege zu gehen, denn sie sind gerade sechzehn Jahre alt geworden. Bei der Abschiedsfeier taucht plötzlich eine ältere Dame mit einem jungen Mädchen namens Sheere auf, das Ben sofort fasziniert. Spontan nehmen Ben und seine Freunde sie in den Geheimclub auf. Doch Sheere kann nicht lange bleiben, denn ihre Großmutter will mit ihr weiter durch die Welt ziehen, wie schon ihr ganzes Leben lang. Sie kann nicht ahnen, welche Katastrophe sie mit ihrer Entscheidung, dieses Mal nicht mit ihr zu gehen, heraufbeschwört. Denn eine dunkle Macht scheint nur so auf das Zusammentreffen von Ben und Sheere gewartet zu haben, so dass sie bald in einen mörderischen Strudel geraten, der sie tief in die Unterwelt Kalkuttas zieht. Die beiden wissen jedoch nicht, mit welchem mächtigen Schatten aus der Vergangenheit sie und ihre Freude es wirklich zu tun haben ...

Eigene Meinung

Die Gruselgeschichte "Der Mitternachtspalast", der zweite Teil der Nebel-Trilogie, bekommt von mir fünf Eier. Auch in diesem frühen Meisterwerk von Carlos Ruiz Zafón ist sein begnadetes schriftstellerisches Talent zu erkennen, wobei besonders die komplexen und vielschichtigen Zusammenhänge hervorstechen, die von der ersten bis zur letzten Seite Spannung pur garantieren. "Es gibt zwei Dinge im Leben, die du dir nicht aussuchen kannst. Das eine sind deine Feinde. Das andere ist deine Familie. Manchmal ist der Unterschied zwischen beiden schwer zu erkennen." Mit dieser Aussage beschreibt Carlos Ruiz Zafón das Dilemma, in dem sich Ben, Sheere und ihre Freunde von der Chowbar Society befinden, perfekt. Doch gerade dieser Konflikt macht dieses Buch so spannend, denn man weiß nicht, wer der Bösewicht Jawahal, der in keiner Weise menschlich ist, denn Pistolenkugeln fliegen schlichtweg durch ihn hindurch und er kann sich innerhalb von wenigen Augenblicken in Luft auflösen, ist, geschweige denn wie man ihn vernichten kann. Gemeinsam mit den Mitgliedern der Chowbar Society begibt man sich also auf eine gruselige Geisterjagd, um einen alten Flucht zu brechen, die deren Zukunft kolossal verändert. Zwischendurch habe ich mich allerdings gefragt, was mit manchen Personen passiert ist, weil sie nicht mehr erwähnt wurden und ich habe schon das Schlimmste  befürchtet, aber glücklicherweise hat Carlos Ruiz Zafón diese Handlungsstränge wieder geschickt aufgegriffen. Der Gruselfaktor dieser mächtigen Parabel auf Liebe und Tod, Wahrheit und Lüge nimmt konstant zu und wie bereits bei dem Vorgänger schafft Carlos Ruiz Zafón es immer wieder, den Lesern Schauer über den Rücken zu jagen.

Bewertung


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