Mittwoch, 25. April 2018

REZENSION zu Stumme Helden lügen nicht

Buchinfo

Titel: Stumme Helden lügen nicht
Originaltitel: Silenced
Autor: Simon Packham
Seitenzahl: 208
Erschienen: 10.03.2017
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-71724-3
Preis: 9,95 €

Inhalt

Für den 15-jährigen Christopher Hughes beginnt der Tag wie jeder andere auch, bis er bei einer Ansage in der Schule erfährt, dass sein bester Freund Declan Norris bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Die gesamte Schule trauert öffentlich, Declans Facebookseite wird mit Trauerbekundungen überschwemmt und nahezu jeder Schüler geht zu den Seelsorgern. Nach außen hin scheint Chris nicht sonderlich von seinem schweren Verlust getroffen zu sein, doch als er auf der Gedenkfeier für seinen Freund sprechen soll, verlässt kein Ton seinen Mund. Auch Tage und Wochen später bleibt Chris stumm. Vielleicht können der neue draufgängerische Schüler Will oder die aufmerksame Ariel ihm dabei helfen seine Stimme wiederzufinden.

Erster Satz

"Wenn ich dir erzähle, was passiert ist, musst du mir versprechen, nicht durchzudrehen."

Eigene Meinung

Den Titel "Stumme Helden lügen nicht" finde ich klasse, deshalb war ich ziemlich neugierig, welche Geschichte sich hinter dem bunten Cover verbirgt. Die Art des Erzählens hat mir gleich sehr gut gefallen, denn Chris wendet sich direkt an seinen verstorbenen Freund Declan und erzählt ihm so von seinem Alltag, auch nachdem ihm die Stimme auf dem Podium versagte. Auf diese Weise gewinnt man nicht nur einen Einblick in Chris widersprüchliche Gefühle ob der Trauer seines besten Freundes, sondern lernt auch Declan so gut kennen, dass man sich ab einem gewissen Punkt beinahe selbst stellvertretend von Chris angesprochen fühlt. Chris droht an der Trauer um Declan fast zu zerbrechen, zumal ihn ein schreckliches Geheimnis belastet, doch seine Methode damit umzugehen fand ich dann doch irgendwann recht seltsam. Ariel, Declans Freundin, bietet ihm mehrmals ein offenes Ohr an und in den Momenten, in denen er Zeit mit ihr verbringt, scheint er wieder etwas Lebensfreude zu tanken. Während sie die gute Seite verkörpert, stellt der neue Schüler Will, der sich schon bald als Draufgänger entpuppt, im Gegensatz dazu die Versuchung und das Verdrängen dar. Declan schwankt zwischen der Wahrheit und dem Vergessen, doch es scheint ihm leichter, sich der Versuchung des Adrenalinkicks hinzugeben, damit er nicht andauernd an Declan und seine Schuld denken muss. Man braucht kein Ladendetektiv sein - wie Declan sagen würde - um zu erkennen, dass Chris immer mehr in eine Abwärtsspirale gerät, die irgendwann mit einer Katastrophe enden muss. So tragisch, wie Chris immer andeutet, ist sein "Geheimnis" übrigens gar nicht, was mich sein Verhalten somit noch etwas in Frage stellen lässt. Auch die Abrundung der Geschichte kam mir etwas abrupt, weil einige Ereignisse ausgelassen und nur beiläufig in einem Nebensatz erwähnt wurden. "

Stumme Helden lügen nicht" ist eine nette Geschichte mit eigenwilligen Charakteren für zwischendurch, jedoch nichts Weltbewegendes, das man unbedingt gelesen haben sollte.

Bewertung

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