Freitag, 9. September 2016

REZENSION zu Infernale

Buchinfos

Titel: Infernale
Autorin: Sophie Jordan
Seitenzahl: 384
Erschienen: 16.02.2016
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-7855-8167-4

Preis: 17,95 €

Inhalt

Von klein auf hörte ich Wörter wie begabt. Überdurchschnittlich. Begnadet.
Ich hatte all diese Wünsche, wollte etwas werden. Jemand.
Niemand sagte: Das geht nicht.
Niemand sagte: Mörderin.


In Amerika ist die Kriminalitätsrate höher denn je und steigt weiter an. Um diesem entgegenzuwirken, werden zunehmend alle Menschen auf das Mördergen Homicidal Tendency Syndrome, kurz HTS, getestet. Davys heile Welt bricht zusammen, als man ihr mitteilt, dass sie das Gen trägt. Sie muss die Schule wechseln, wo sie in einen Käfig mit anderen Trägern gesperrt wird, ihre Beziehung scheitert und ihre Freunde wollen nichts mehr mit ihr zu tun haben, weil sie in ihr das Monster sehen wollen, das sie laut dem Testergebnis ist. Auch ihre Eltern sind dabei keine Ausnahme, denn sie meiden ihre Tochter. Doch Davy kann nicht glauben, dass sie imstande sein soll, einen Menschen zu töten. Das muss ein Fehler sein, denkt sie. Jedoch zwingen Verrat sowie Verstoß Davy zum Äußersten und es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis Davy zu dem wird, für das die Welt sie hält und vor dem sie sich selbst am meisten fürchtet - eine Mörderin zu sein.

Eigene Meinung

Ziemlich lange bin ich um dieses Buchherumgeschlichen, da ich sowohl positive als auch negative Kritiken dazu gelesen habe. Glücklicherweise hat sich meine Neugier durchgesetzt, denn "Infernale" ist eins der besten Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe, weshalb es von mir fünf Eier bekommt. Ich habe mich sogleich in die Geschichte eingefunden und auch Davy war mir von Anfang an sympathisch, da sie zwar weiß, dass sie sehr begabt ist, deshalb aber nicht überheblich ist. In meinen Augen ist Davy einer der Menschen, die man einfach nur bewundern kann. Von einem Tag auf den anderen wird ihre perfekte Welt aus den Angeln gerissen und sie muss sich vollkommen alleine in einer neuen, ungewissen Zukunft durchschlagen. Sie besaß alles, was sie sich erträumt hatte, einen attraktiven Freund, eine gute Familie, viele Freunde und sie wurde bereits an der Juilliard Universität aufgrund ihres herausragenden musikalischen Talents angenommen. Nun hat sie nichts mehr von alldem. Ihre beste Freundin wendet sich von ihr ab, ihre Beziehung geht nach wenigen Tagen in die Brüche, ihre Eltern meiden sie und sie verliert ihren Studienplatz an der Uni. Wie ein Tier wird sie an ihrer neuen Schule im Keller mit den anderen Trägern des HTS-Gens in einen Käfig gesperrt, wo sie isoliert von den anderen Schülern ihre Aufgaben machen muss und sich dabei stets bewusst ist, dass sie mit potentiellen Mördern in einem Raum sitzt. So auch mit dem unnahbaren Sean O'Rourke, von dem sogar der Aufseher Angst zu haben scheint, denn er trägt eine Markierung, das Zeichen dafür, dass er nach seiner Testung straffällig geworden ist. Doch sehr zu Davys Überraschung entpuppt sich dieser als das genaue Gegenteil. Als sie von allen gedemütigt und im Stich gelassen wird ist er es, der ihr Trost spendet und wieder auf die Beine hilft. Auch wenn sich schon sehr früh eine sich entwickelnde Romanze zwischen den beiden herauskristallisiert hat, war sie nicht überzogen oder gar kitschig, sondern etwas ganz Besonderes. Am meisten hat mich an diesem Buch jedoch die Frage fasziniert, die hinter der Geschichte steht: Inwieweit beeinflussen Gene unseren freien Willen? Sophie Jordan hat ihre Antwort auf diese Fragestellung auf sehr eindrucksvolle Art und Weise dargelegt, die definitiv zum Nachdenken anregt. Aufgelockert wird die Geschichte nämlich durch Briefwechsel zwischen dem Leiter der Wrainwright Behörde, derjenigen, die sich um HTS-Träger kümmert, und dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, bösen SMS Wechseln zwischen Davys alten Freunden sowie Forschungsberichten und ähnlichen Texten, welche die steigende Kriminalitätsrate ansprechen, wodurch neben Davys Beschreibung das gesamte Ausmaß der Bedrohung verdeutlicht wird. "Infernale" ist der Auftakt zu einer actionreichen Jugendbuch-Reihe, die mit starken Charakteren, die versuchen sich ihrer Vorherbestimmung zu entziehen und dabei niemals den Glauben an sich selbst verlieren, und einem fesselnden Szenario brilliert.
 
Bewertung
 
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Kommentare:

  1. Huhu du Liebe :)

    ich kann dir absolut zustimmen, auch ich fand Infernale wirklich großartig. Besonders interessant ist wirklich die Frage in wie weit die Gene unser Handeln und unseren Charakter bestimmen. Davy ist eine tolle Protagonistin, auch da sind wir uns einig.

    Ich bin schon sehr gespannt auf Band 2.

    Grüßchen, Ally

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    1. Huhu liebe Ally,

      dankeschön! 😘 Ich freue mich schon riesig auf die Fortsetzung, aber dafür müssen wir uns noch bis Anfang mächsten Jahres gedulden.

      Ganz liebe Grüße
      Kathi

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  2. Hallöchen :D
    Das Buch klingt richtig genial. Hast du das Buch zufällig noch zuhause und du könntest es mir eventuell ausleihen? Nun bin ich richtig neugierig geworden auf das Buch und will am liebsten das Buch in den Händen halten und anfangen zu lesen.

    Herzliche Grüße
    BlaueLotusbluete von Blumiges Bücherparadies

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    1. Hallöle liebe BlaueLousbluete,

      wenn du es schnell liest, kann ich es dir tatsächlich noch ausleihen. Aber das sollte kein Problem sein, denn dieses Buch kann man eigentlich nur verschlingen! ;)

      Liebe Grüße
      Kathi

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    2. Danke, aber ich habe das Buch sogar schon fertig gelesen. Erinnert dich das Buch eigentlich auch ein bisschen an die Slated-Trilogie?

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    3. Ja, deshalb habe ich es auch bei ähnlichen Büchern aufgeführt. ;)
      Wahrscheinlich gefällt mir "Infernale" aus diesem Grund so gut. :)

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    4. Ja, das habe ich beim zweiten Durchlesen übersehen. Klingt gut :D

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