Freitag, 2. September 2016

REZENSION zu Der irische Löwe

Buchinfos

Titel: Der irische Löwe
Originaltitel: The Lion's Courtship
Autor: Annelie Wendeberg
Seitenzahl: 208
Erschienen: 12.05.2016
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 978-3-462-04763-9

Preis: 8,99 €

Inhalt

1885. Anna Kronberg, die tagsüber als Dr. Anton Kronberg im Guy's Hospital praktiziert, da es Frauen zur damaligen Zeit nicht gestattet war Medizin zu studieren, versteckt sich als vorgebliche Krankenschwester im schlimmsten Slum der Stadt, wo ihr keiner Fragen zu ihren seltsamen Gewohnheiten stellt. Sie behandelt dort Prostituierte, Bettler, Menschen in psychiatrischen Einrichtungen und Kleinkriminelle aller Art für wenig Geld. Niemand ahnt etwas von ihrem Doppelleben, doch als der aus einer Schusswunde blutende irische Dieb Garret O'Hare tief in der Nacht in ihre Wohnung einsteigt und sich mit letzter Kraft zu ihrem Bett schleppt, wo er anschließend zusammenbricht, nimmt ihr Leben eine unerwartete Wendung. Das erste Mal fällt es ihr sichtlich schwer, ihr Geheimnis nicht jemandem anzuvertrauen und es wird mit ihren zunehmenden Gefühlen für den hünenhaften Dieb mit der Löwenmähne wird es nicht einfacher.

Eigene Meinung

Da ich bisher alle Teile der Anna-Kronberg-Reihe gelesen habe, konnte ich bei "Der irische Löwe" natürlich keine Ausnahme machen. Auch wenn es innerhalb der Serie Höhen sowie Tiefen gab und diese Buch eher ein Liebesroman als ein Krimi ist, hat es mich überzeugt, weshalb "Der irische Löwe" von mir vier Eier bekommt. Zuallererst sollte man jedoch wissen, dass die Geschichte nicht an das zuvor erschienene Buch "Die lange Reise" anschließt, sondern sogar noch vor dem ersten Band "Teufelsgrinsen" spielt. Dabei handelt es sich nämlich um ein Prequel zur Anna-Kronberg-Reihe, das mit einigen Hintergrundinformationen zu der Protagonistin aufwartet. Bisher hatte ich ja so meine Probleme mit Anna, weil sie mir mit ihrer ruppigen und überheblichen Art ziemlich unsympathisch war, doch in diesem Buch konnte ich mich tatsächlich besser mit ihr identifizieren und fing sogar langsam an sie zu mögen, was vermutlich daran liegt, dass sie hierbei von einer anderen, weiblicheren und weicheren Seite gezeigt wird. Während sie in den anderen Bänden der Reihe gemeinsam mit Sherlock Holmes - oder vielmehr sie und einem Hauch von Sherlock - Fälle löst, geht es in diesem Buch eher darum, wie sie Garret O'Hare kennenlernte und sich dieser zunehmend in ihr Herz schlich. Außerdem wird sie als die Wohltäterin dargestellt, die sie wirklich ist, was in den anderen Büchern meiner Meinung nach ziemlich untergegangen ist. Ohne eine große Gegenleistung zu fordern, behandelt sie Prostituierte, Bettler, Kleinkriminelle und allgemein solche, die sich keine vernünftige ärztliche Versorgung leisten können. Wie bereits angesprochen ist es vielmehr eine Liebesgeschichte als ein Krimi, denn die aufkeimende Romanze zwischen Anna und dem hünenhaften Dieb mit der Löwenmähne stellt die wenigen Nachforschungen, die Anna anstellt, doch deutlich in den Schatten, was sogar der Titel "Der irische Löwe" widerspiegelt. Obwohl das Buch inhaltlich vor den eigentlichen Geschehnissen spielt, würde ich zudem empfehlen, zuerst "Teufelsgrinsen" zu lesen, denn ansonsten könnten einige Verständnisprobleme auftreten, da manche Dinge nur angedeutet und nicht explizit erwähnt werden. Liebhabern klassischer Krimimanier würde ich von "Der irische Löwe" allerdings abraten, da der Kriminalfall nur am Rande der Geschehnisse steht.
 
Bewertung
 
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