Samstag, 27. Juni 2015

REZENSION zu Zum Glück bemerkt mich niemand...dachte ich

Buchinfos

Titel: Zum Glück bemerkt mich niemand ... dachte ich
Originaltitel: Jeg blir heldigvis ikke lagt merke til
Autorin: Liv Marit Weberg
Seitenzahl: 224
Verlag: FISCHER Sauerländer
ISBN: 978-3-7373-5170-6
Preis: 12,99 €

Inhalt

Die schüchterne Anne Lise ist gerade in eine eigene Wohnung gezogen - sie selbst bezeichnet sie liebevoll als Schuhschachtel - und muss von nun an alleine in der Großstadt Oslo zurechtkommen. Doch das ist gar nicht so einfach, wenn man vollkommen planlos ist, gleich am ersten Tag den Studienplatz verliert und sich Freund Tore nach vier Monaten trennt, weil Anne Lise niemanden an sich heranlässt. Zunächst genießt sie die Freiheit, keinen Pflichten nachgehen zu müssen, doch irgendwann wird das Geld zum Leben knapp und so muss Anne Lise sich überwinden, um nach einem Job zu suchen. Dort wird sie mit der ganzen Welt und besonders mit anderen Menschen konfrontiert, was für die schüchterne Anne Lise der reinste Albtraum ist.

Eigene Meinung

"Zum Glück bemerkt mich niemand... dachte ich" bekommt von mir zwei Eier. Man kommt schnell in die Geschichte von Anne Lise hinein und zu Beginn konnte ich ihre Schüchternheit auch nachvollziehen, denn ganz alleine in einer neuen, großen Stadt hätte ich auch wackelige Beine. Doch Anne Lise ist nicht nur superschüchtern, sondern obendrein noch vollkommen planlos. Mehr als einmal habe ich mir gedacht, das Mädchen ist 19 Jahre alt, total realitätsfremd und komplett lebensunfähig!? Sie scheint doch tatsächlich zu denken, sich auf die faule Haut legen zu können, während ihre Eltern ihr alles finanzieren. Anne Lises gesamtes Benehmen und Auftreten fand ich ziemlich merkwürdig und oftmals ziemlich unrealistisch. Da steht sie beispielsweise an ihrem Arbeitsplatz in der Raststätte und reagiert ganz perplex, als ein Kunde sie nach der Speisekarte fragt, anstatt sich vorher mal Gedanken darüber zu machen, dass man dort vielleicht etwas verkaufen sollte. Genauso komisch ist ihre Beziehung zu Brille. Erst motzt sie ihn die ganze Zeit an, dann besucht sie ihn einmal und wacht am nächsten Morgen neben ihm im Bett auf und kann sich eigenartigerweise an nichts mehr erinnern, obwohl sie keinen Alkohol oder Sonstiges zu sich genommen hat.  Über diesen Vorfall wird nicht einmal mehr geredet, als wäre nichts passiert! Naja, das Buch war wirklich nicht so mein Fall, auch wenn es ein Riesenerfolg in Norwegen war und dort als lustig, ironisch und intelligent beschrieben wurde. Lustig? Ja, vielleicht an manchen Stellen. Ironisch? Schon eher. Aber Intelligent? Mit Sicherheit nicht! Insgesamt war es für mich eher eine Enttäuschung als gute Unterhaltung und deshalb würde ich es auch nicht weiterempfehlen.

Bewertung
 

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