Sonntag, 1. Mai 2016

REZENSION zu Basar der bösen Träume

Buchinfos

Titel: Basar der bösen Träume
Originaltitel: The Bazaar of Bad Dreams
Autor: Stephen King
Seitenzahl: 768
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-27023-7

Preis: 22,99 €

Inhalt

Mit den Worten »Hereinspaziert, ich habe die Geschichten eigens für Sie geschrieben. Aber seien Sie vorsichtig. Bestenfalls sind sie bissig und schnappen zu.« lädt Stephen King seine Leser dazu ein, seine zwanzig Kurzgeschichten zu genießen, die in "Basar der bösen Träume" gesammelt sind. Er verarbeitet darin Themen wie Ehe, Tod, Liebe, das Unbekannte und schlussendlich den Weltuntergang, womit er tiefverborgene Ängste anspricht, die uns oft bewegen, wir sie aber selten in unser Bewusstsein eindringen lassen. Die Geschichten sind nicht immer blanker Horror, aber definitiv immer psychologisch packend und manchmal vergleichbar mit einem Schlag in die Magengrube.

Eigene Meinung

Schon seit geraumer Zeit steht Stephen King ganz oben auf meiner Liste der Autoren, von denen ich unbedingt etwas lesen möchte. Deshalb habe ich mich mit großer Begeisterung auf "Basar der bösen Träume" gestürzt und wurde nicht enttäuscht, sondern in eine Welt voller gruseliger Begebenheiten und psychologisch packender Geschichten gezogen, die von mir vier Eier bekommt. Schon das Vorwort hat dafür gesorgt, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte, weil mich die sprachliche Gewandtheit von Stephen King bereits auf den ersten Seiten fasziniert hat und ich unbedingt mehr bekommen wollte. Selten habe ich es erlebt, dass ein Autor einem so gut verdeutlicht, weshalb das Buch den Titel trägt und perfekt zu dem Inhalt passt. Es juckte mir förmlich in den Fingern sofort umzublättern und die erste Geschichte zu verschlingen, zumal es sich dabei um Kings persönliche Lieblingserzählung handelt, wie er in dem kurzen Einführungsprolog dazu schreibt. Vor jedem Kapitel gibt es nämlich eine kurze Erklärung, was Stephen King zu der folgenden Geschichte inspiriert hat, die unheimlich spannend zu lesen war. Manchmal reichte nur ein einziger Blickwinkel im Bus und schon nahm eine neue Grausamkeit in seinem Gehirn Gestalt an, die später seine Leser begeistern sollte. Natürlich ist es kaum verwunderlich, dass mich nicht alle 20 Kurzgeschichten vollkommen in ihren Bann gezogen haben, zumal es sich bei zweien um Gedichte handelt, die mich als lyrikverabscheuenden Menschen nicht sonderlich mitreißen konnten, aber trotzdem angenehmer zu lesen waren als so mancher Eichendorff oder Novalis. Dennoch gibt es ein paar, die ich auch jetzt, mehrere Tage nach Beenden des Buches nicht vergessen kann, weil sie mich jede auf ihre eigene Art berührt haben. So gibt es beispielsweise "Ur", in der ein Dozent für englische Literatur ein Kindle zugeschickt bekommt, auf welchem man Werke aller Autoren findet, die eigentlich nicht existieren sollten, sich aber dennoch auf dem Gerät befinden. Das Besondere an dieser Geschichte war, dass man nicht wusste, worauf sie hinausläuft und jedes Mal von einer neuen Wendung vollkommen überrascht wurde. Mein absoluter Liebling ist jedoch unübertrefflich "Die Düne", denn die Erzählung, die vom Aufbau an eine klassische Gruselgeschichte erinnert, scheint ruhig dahinzuplätschern nur um sich dann mir dem letzten Wort in eine vollkommen andere Richtung zu entwickeln und mich sprachlos mit dem Buch in den Händen dasitzen zu lassen. Auch Leser des Genres Splatter kommen bei Stephen Kings Kurzgeschichten übrigens voll auf ihre Kosten, denn die ein oder andere Erzählung ist zeitweise sehr blutig und grausam. Im Moment des Lesens fand ich die erste Geschichte ziemlich abartig, alleine die Vorstellung an ein menschenfressendes Auto war gruselig, aber als ich das Buch zur Seite legte und mich Stunden später anderweitig beschäftigte, wanderten meine Gedanken immer wieder zur "Raststätte Mile 91" zurück und ich ertappte mich dabei, wie mich das Verlangen nach mehr packte. Es ist schwer zu erklären, aber die Geschichten von Stephen King haben eine unglaublich fesselnde Wirkung, ähnlich einer Droge. Wenn man einmal damit begonnen hat seine Werke zu lesen, will man alle verschlingen. Auch ich bin keine Ausnahme, "Der Anschlag" liegt schon bereit.

Bewertung
 
 

Kommentare:

  1. Hallöchen Kathi,
    eine tolle Rezension :)
    Ich habe mit dem Buch auch schon ein paar mal geliebäugelt, aber es schreckt mich dann doch ab, dass es eben Kurzgeschichten sind. Das ist ja nicht so mein Fall.
    Liebe Grüße
    Charleen

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    1. Hallo Charleen,

      vielen lieben Dank!! Ich bin eigentlich auch kein großer Fan von Kurzgeschichten und eigentlich eher durch Zufall auf dieses Buch gekommen, weil ich mir einfach Stephen Kings neuestes Buch aus der Bibliothek geholt habe. Was soll ich sagen, ich war begeistert! Außerdem legt er den Begriff "Kurzgeschichte" doch sehr weit aus. Manchmal waren die nämlich ziemlich lang, eine sogar mehr als 100 Seiten. ;)

      Allerliebste Grüße
      Kathi

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  2. Sehr schön, dass dich King begeistern konnte! :-D Ich selbst mag die Romane mehr als seine Kurzgeschichten, weil man e besser abtauchen kann. "Die Düne" war wirklich gut, "Ur" ebenso. Am besten hat mir "Ein bisschen angeschlagen" aus dieser Sammlung gefallen. Hier wusste man zwar, worauf es hinausläuft, trotzdem war es total schaurig zu lesen und hat mich richtig mitgenommen.

    Weiterhin viele schöne Lesestunden mit King!

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hallo liebe Nicole,

      Stephen Kings Schreibstil ist einfach unglaublich, der hat mich schon von den ersten Seiten in den Bann gezogen. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass seine Romane noch besser sind, zumal ich eigentlich auch kein Fan von Kurzgeschichten bin, weil sie eben - wie der Name schon sagt - sehr kurz sind und man die handelnden Personen gleich, nachdem man sie kennengelernt hat, schon wieder verlassen muss. "Der Anschlag" liegt schon bereit, da freue ich mich nun umso mehr darauf. ☺️

      Liebe Grüße
      Kathi

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    2. Hallo Kathi,

      dann wünsche ich dir viel Spaß in den 60er-Jahren. Mir hat's gefallen, mittendrin habe ich es aber etwas zu zäh empfunden.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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    3. Hallo Nicole,

      dann bin ich aber mal gespannt! Aber die Langatmigkeit fürchte ich auch ein bisschen, weil es doch ein sehr dicker Schmöker ist.

      Liebe Grüße
      Kathi

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