Samstag, 16. Mai 2015

REZENSION zu Fridolin, der freche Dachs

Buchinfos

Titel: Fridolin, der freche Dachs
Autor: Hans Fallada
Seitenzahl: 184
Verlag:
aufbau
ISBN: 978-3-7466-5325-9
Preis: 7,50 €


Inhalt

Fridolin der Dachs hat eigentlich ein angenehmes Leben, denn er besitzt einen schönen, sicheren Bau und muss nie an Hunger leiden. Doch dann wird er eines Tages grausam von dem Fuchs Isolein aus seiner Höhle vertrieben. Auf der Suche nach einem neuen Lebensraum landet er schließlich am Südhang des Baumwerders, dem Wohnort der Familie Dietzen. Die sind wahrlich nicht begeistert, als er sich an ihrem Gemüsegarten, ihren Legehennen und schließlich an dem kostbaren Maisfeld vergreift. Prompt wird dem Fridolin der Krieg erklärt, doch dieser führt die ganze Familie munter an der Nase herum.

Eigene Meinung

"Fridolin, der freche Dachs" bekommt von mir vier Eier. Diese Geschichte schrieb Rudolf Dietzen alias Hans Fallada seiner Tochter Lore, genannt Mücke, zu Weihnachten 1944, denn er hatte ihr versprochen, ein Buch vom Leben "ihres" Dachses zu schreiben. Hans Fallada, der vor allem für seine Erwachsenenliteratur, wie beispielsweise "Kleiner Mann - was nun?" und "Jeder stirbt für sich allein" bekannt ist, dachte damals noch gar nicht an eine Veröffentlichung dieser Geschichte, denn das selbstgebastelte Büchlein sollte "allein für die Mücke bestimmt" sein. Glücklicherweise wurde es aber 1955, acht Jahre nach Falladas Tod, von dem Verlag Heinrich Scheffler herausgegeben, sodass wir heute die humorvolle Erzählung über die Eskarpaden des Dachses Fridolin vorliegen haben. Besonders der Schreibstil Falladas verdient hier großes Lob, denn man liest das Buch stets mit einem Grinsen im Gesicht und schmunzelt über die Umschreibungen, die er gebraucht, um die Grausamkeiten abzuschwächen. Auch die Auswahl der Namen ist amüsant, so heißen die Dachse etwa Friedesinchen, Frieder, Fridolin, Friedrich, Frieda und Friederike, die drei Füchse, welche im Laufe der Zeit ins Zentrum des Geschehens rücken, werden Isolein, Isoleus und Isolina genannt. Obwohl Kinderbücher normalerweise nicht mein Genre sind, habe ich es wirklich genossen, diese Geschichte zu lesen, denn dadurch fühlt man sich wieder in die Kindergartenzeit zurückversetzt.

Bewertung


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