Mittwoch, 1. April 2015

REZENSION zu Mein Leben und andere Katastrophen

Buchinfos

Titel: Mein Leben und andere Katastrophen
Autorin: Kathrin Schrocke
Seitenzahl: 192
Verlag: FISCHER Sauerländer
ISBN: 978-3-7373-5211-6
Preis: 12,99 €

Inhalt

Man möchte meinen, dass die 13-Jährige Bernadette, kurz Barnie, die für ihren neuen Klassenkameraden Sergej schwärmt, ein ganz normaler Teenager ist, doch weit gefehlt. Sie ist nicht nur eine leidenschaftliche Radiergummisammlerin und Dauergast im SeaLife, sondern auch Tochter von zwei Vätern. Barnies Leben wird gehörig auf den Kopf gestellt, als ihre Biologielehrerin mit ihren Schülern ein zweiwöchiges Projekt durchführt, um ihnen die Nachteile einer frühzeitigen Schwangerschaft aufzuzeigen. Jeweils zwei Schüler teilen sich hierbei eine Plastikpuppe, die sich verhält wie ein echtes Baby. Für Barnie könnte es nicht besser sein, als Sergej sich als Vater für ihr Kind anbietet. Doch schon bald entpuppt sich dieser als Macho, der lieber mit seinen Kumpels abhängt, die Barnies Regenbogenfamilie obendrein ziemlich ungewöhnlich finden.

Eigene Meinung

"Mein Leben und andere Katastrophen" bekommt von mir drei Eier. Von ihren Vätern bekommt die sympathische Protagonistin ein Buch geschenkt, das ihr zu Beginn so gar nicht gefällt, denn sie wollte eigentlich ein iPad haben. Allerdings dauert es nicht lange, bis sie ihre Gedanken in das Büchlein schreibt, sodass es zu ihrem Tagebuch wird. Dabei ist sie stets hundertprozentig ehrlich und wirkt deshalb sehr authentisch. Manchmal ist sie mir aber ein bisschen zu sehr Mädchen, denn sie denkt an fast nichts anderes als Jungs, was man an ihrer Liste sieht auf der sage und schreibe 21 Namen von Jungs stehen, für die Barnie im letzten Monat geschwärmt hat. Die Geschichte an sich ist aber nicht nur mädchengefühlig und zum Lachen komisch, sondern es verbirgt sich eine ernste Thematik dahinter, die Toleranz gegenüber Homosexuellen und hier speziell sogenannte Regenbogenfamilien. Besonders gut sind der Autorin auch die Szenen gelungen, in denen die junge Eltern mit ihren Plastikkindern heillos überfordert sind. So muss sich Tore als alleinerziehender Vater um Chantal-Rose kümmern, Finja ignoriert Lady Gagas Geschrei und lässt sie auf dem Schreibtisch liegen, Jan und Philipp stopfen ihren Sohn Creature in eine Babyklappe und Barnie lässt Herbie auf den Boden knallen. Diese slapstickige Geschichte ist ein kurzweiliges Lesevergnügen für Zwischendurch, das mit urkomischen und gegen den Strich gebürsteten Charakteren punktet.

Bewertung
 

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