Sonntag, 13. November 2016

Lesefestival lit.Love 2016 - Wir waren da!

Hey ihr Lieben!

Bereits vor ein paar Tagen haben wir euch das Literaturevent lit.Love vorgestellt, bei welchem die Verlagsgruppe Random House zwei Tage lang ihre Türen in München für begeisterte Leser öffnet. Gestern war es endlich soweit. Unsere Erwartungen wurden bei weitem übertroffen, wir haben unglaublich tolle Menschen kennengelernt, einige neue Autoren für uns entdeckt, viele Leseanregungen geholt und natürlich ein paar Bücher eingekauft. Aber lest selbst, was wir alles auf der ersten - und hoffentlich nicht letzten - lit.Love erlebt haben!

Pünktlich zu Eventbeginn sind wir am Verlagsgebäude von Random House angekommen, wo wir sogleich von überaus freundlichen Mitarbeitern begrüßt wurden und jeweils einen Goodie-Bag mit tollen Dingen, wie etwa Leseproben, kleinen Snacks, Produkten der Sponsoren sowie einem lit.Love Block, auf dem ich meine Erlebnisse im Verlaufe des Tages mit dem Anna-Todd-Bleistift eifrig mitnotierte, erhielten.

Hier ist ein kleiner Überblick über das Samstagsprogramm und unsere besuchten Veranstaltungen, welche dunkel unterlegt sind und über die ich im Folgenden noch etwas genauer berichten werde. :)


10 Uhr:
Der erste Tagesordnungspunkt war ein Interview mit Sylvia Day, der Autorin der Crossfire-Reihe, die extra aus Amerika angereist ist, um ihren deutschen Lesern den abschließenden Band vorzustellen. Zwischendurch gab es zudem kleine Leseproben aus diesem Buch. Erotik ist zwar nicht gerade mein Genre, aber dennoch fand ich einige Punkte des Gespräches interessant, so etwa wie es dazu kam, dass Sylvia Day gegen Ende der Reihe nun auch aus der Perspektive des männlichen Protagonisten schreibt. Die Autorin begründet das mit der Aussage, Gideon habe sie bis dahin einfach ignoriert und sie habe ihn erst durch Evas Sicht besser kennengelernt, wodurch er auch zu ihr Vertrauen fasste und ihr nun seine Gedanken mitteilte.

11 - 13 Uhr:
Extra für Blogger wurde die Bloggerlounge eingerichtet, wo man sich für eine der vier dort stattfindenden Veranstaltungen anmelden konnte. Vorab bekam man zusätzlich die Bücher der drei anwesenden Autorinnen kostenlos zugeschickt. In unserem Fall durfte wir uns über "Das Sternenboot" von Stefanie Gerstenberger, "Herz verloren, Glück gefunden" von Christine von Laffert und Marie Adams "Das Café der guten Wünsche" freuen. Als wir in der Lounge eintrafen wurden wir erst einmal überrascht, denn auf dem Tisch befanden sich speziell für diesen Anlass hergerichtete Häppchen und außerdem war der Raum nur für eine Handvoll Blogger angedacht. Das war insofern toll, dass man viel direkter mit den drei anwesenden Autorinnen sprechen konnte, die spannende Geschichten zu erzählen hatten und über ihren unterschiedlichen Arbeitsalltag berichteten. So schreibt Stefanie Gerstenberger beispielsweise gemeinsam mit ihrer Tochter Jugendbücher ("Zwei wie Zimt und Zucker - Zurück in die süße Zukunft"), die die vorgefassten Texte ihrer Mutter mit Kommentaren versieht, die oftmals irrsinnig komisch sind. Des Weiteren waren sie sehr an uns Bloggern, unseren Motivationen sowie unserer Art des Rezensierens interessiert, was mir sehr imponiert hat. Zudem waren zwei Mitarbeiterinnen des Verlages anwesend, die  hin und wieder Einblicke in die Sicht- und Arbeitsweise des Verlages gaben, wie etwa bei die Auswahl eines Titels. Insgesamt hat uns die Bloggerlounge sehr gut gefallen, denn wir haben nicht nur nette Blogger, wie Neff von Buchjunkies, sondern auch sympathische Autorinnen näher kennengelernt, die sich anstatt der angedachten einen sogar zwei Stunden für uns Zeit nahmen. :)

13 Uhr:
Mein absolutes Highlight des Tages war jedoch die Lesung von Ella Simon zu ihrem Roman "Ein Gefühl wie Sommerregen", wofür wir uns eher spontan auf Empfehlung von Neff entschieden hatten. Schon von Anfang an war mir Ella Simon, die mit ihrem Klarnamen Sabrina Qunaj schon drei erfolgreiche historische Romane veröffentlichte, sympathisch. Sie bezauberte das Publikum mit ihrem österreichischen Charme, als sie lustige Anekdoten zum Entstehungsprozess ihres Buches erzählte. Als großer Wales-Fan plante sie eine Reise dorthin, um für ihre nächsten historischen Roman zu recherchieren, wozu sie sich zu Vorbereitung einige YouTube-Videos ansah. Dabei stieß sie auf einen Beitrag einer freiwilligen Life-Boat-Rettungsstation, welcher sie tief berührte, doch dies ließ sich schwer in ihr geplantes Buch einbauen, da es Rettungsstationen zu damaligen Zeit noch nicht gab. Deshalb verschwand die Idee erst einmal ins Hinterkämmerchen. Als sie jedoch ihren geplanten Urlaub in Wales durchführte, erhielt sie eine Mail ihrer Lektorin, die auf ein Bloggerinterview anspielte, das Sabrina Qunaj vor einiger Zeit gegeben hatte. Darin antwortete sie auf die Frage, ob sie denn auch gerne mal andere Bücher schreiben würde, sie wollte schon immer mal einen Liebesroman schreiben. Ihre Lektorin war davon ganz begeistert, da sie für diesen Bereich ebenfalls zuständig ist, weshalb Sabrina die schlummernde Idee mit der Life-Boat-Station wiedererweckte. Besonders amüsant fand ich auch den Hintergrund des gutaussehenden Tierarztes in der Geschichte. Auf einer zweiten Recherchereise nach Wales mit zwei Tierärztinnen als Begleitung bat die eine sie nämlich, ihr doch einen tollen Tierarzt zu schreiben, da sie mit den Männern bisher nicht so viel Glück hatte, wie die glücklich verheiratete Sabrina selbst. Nach der Lesung haben wir das Buch sofort gekauft, weil die Leseausschnitte uns beiden unglaublich gut gefallen haben. Nächstes Jahr erscheint die Fortsetzung, welche wir uns ziemlich sicher auch zulegen werden.

14 Uhr:
Eigentlich wollten wir den Workshop von Christine von Laffert besuchen, die wir zuvor in der Bloggerlounge kennengelernt hatten, doch leider war der kleine Raum schon überfüllt. Deshalb haben wir kurzfristig umdisponiert und sind zu einer kleinen Diskussion über das Thema "Die moderne Autorin als Multitalent" mit Bettina Belitz, Victoria Seyfried und Petra Durst-Benning gegangen. Diese war sehr interessant, da uns beiden gar nicht bewusst war, wie stressig eine Lesereise für die Autoren ist, zumal diese einiges an Vorbereitung erfordert. Petra Durst-Benning beispielsweise hatte alleine diesen Herbst 40 Lesungen, zu denen sie mehrere Stunden hin und nach der Lesung die gleiche Strecke wieder zurückfuhr.

 
15 Uhr:
Nach dieser wirklich aufschlussreichen Diskussion haben wir den Raum gewechselt und uns eine weitere angehört, diesmal zum Thema "Phänomen All-Age", die mir sogar noch besser gefallen hat, weil die anwesenden Autorinnen Bettina Belitz, Anne Freytag und Ulla Scheler sowie deren Literaturagentin Sophie Wittmann unter der Moderation der Bloggerin Anka förmlich aufgeblüht sind und den deutschen Buchmarkt ordentlich kritisiert haben. Sie ärgerten sich nicht nur über die feste Etikettierung ihrer Romane und deren Verteilung in den Buchhandlungen, sondern kritisierten auch die geringe Förderung der deutschen Autoren. Einer Studie zufolge sind in Deutschland lediglich 30% der Bestseller von deutschen Autoren, wohingegen diese Rate in allen anderen Ländern weit darüber liegt, in Frankreich sind es knapp 80% und in England nahezu 100%, was sicherlich nicht an dem fehlenden Talent der deutschen Autoren, sondern vielmehr an der Vernachlässigung dieser durch die Verlage liegt.
 


 16 Uhr:
Anschließend hörten wir uns eine weitere Lesung an, welche ganz anders war als die zuvor besuchte von Ella Simon, denn Claudia Winter las volle 50 Minuten aus ihrem Buch "Aprikosenküsse". Das Besondere daran war, dass sie nicht nur stimmlich, sondern auch leibhaftig in die Rollen ihres männlichen bzw. weiblichen Charakters schlüpfte, indem sie einen Hut für ersteren aufsetzte und sie für Hannah einen Schal umlegte, was die Lesung auch für das Auge spannend machte. Zudem hat Claudia Winter unglaublich toll vorgelesen, da sie ihre Protagonisten stimmlich perfekt traf und dem Publikum mit ihrem mal französischen mal italienischen Akzent einige Lacher entlockte, wie mit der Geschichte selbst. Denn grundlegend handelt diese von einer Frau, Hannah, mit kleptomanischen Zügen, welche eine Vase mitgehen lässt, die sich kurz darauf als Urne einer Großmutter entpuppt, über deren Restaurant Hannah eine vernichtende Kritik geschrieben hatte infolge derer die alte Dame einen Herzstillstand erlitt. Nun muss Hannah die Urne zurückbringen und sich gleichzeitig bei der Familie entschuldigen, um die Klage abzuwenden und so ihren Job zu sichern.
 

17 Uhr:
Zum krönenden Abschluss gab es auf der großen Bühne ein weiteres Autorengespräch, dieses Mal mit der sympathischen Britin Katherine Webb, die ihr neues Buch "Das Versprechen der Wüste" vorstellte. Auch dieses hat uns unglaublich gut gefallen, denn diese Autorin ist anders als alle anderen, die wir an diesem Tag kennenlernen durften: Zehn Jahre lang hat sie alle möglichen Jobs gemacht, vom Verkaufen von Feenkostümen, über Kellnern und ihrer Arbeit als Hausmädchen für zwei sehr wohlhabende Familien war alles dabei, um sich ihren Traum der Schriftstellerei zu finanzieren. Nebenbei hat sie immer fleißig geschrieben, doch erst das siebte Buch wurde schließlich vom Verlag akzeptiert und verlegt. All die Jahre hat Katherine Webb ihren Traum nicht aufgegeben, sie musste einige Rückschläge einstecken und hat doch niemals aufgehört zu kämpfen, was ich unglaublich bewundernswert finde. Ihre früh aufkeimende Faszination für Geschichte zeigt sich auch in ihren Büchern sowie ihrem erst letztes Jahr gekauften Wohnsitz, eine alte Polizeistation.

Dieses Festival hat uns unglaublich gut gefallen, wir haben tolle Menschen kennengelernt, neue Bücher entdeckt und riesig viel Spaß gehabt. Ein großes Kompliment geht an dieser Stelle auch noch an die Veranstalter der lit.Love, die Verlagsgruppe Random House, denn alles war perfekt organisiert und funktionierte wie am Schnürchen. Wir haben den einen Tag auf der lit.Love sehr genossen und hoffen natürlich, dass dieses Festival noch weitere Male stattfindet. Dann werden wir auch definitiv an beiden Tagen hingehen! :)

War von euch auch jemand auf der lit.Love? Wenn ja, was habt ihr alles erlebt?
Wie hat es euch gefallen?
 
Herzliche Grüße

Kommentare:

  1. Liebe Kathi, liebe Angelika, es war toll, euch auf der lit.Love kennengelernt zu haben!
    Und war es nicht ein großartiges "Fest"?!
    Soviele nette Menschen, und allen ging es nur um Bücher Bücher Bücher...
    Habe dem arena-Verlag schon Bescheid gesagt, damit sie euch mit Zucker& Zimt, Muffins & Marzipan etc. versorgen. Hört sich an wie eine Einkaufsliste in der Konditorei... :-)
    Ganz liebe Grüße an EUCH: Stefanie

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    1. Hallo liebe Stefanie,
      uns hat es auf der lit.Love auch richtig gut gefallen, hoffentlich findet es nächstes Jahr wieder statt. Besonders die Bloggerlounge mit drei so lieben Autorinnen war super! :)
      Wir freuen uns schon auf die "papierigen Leckereien". :P
      Herzliche Grüße
      Angelika und Kathi

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  2. Huhu, ich wäre auch so gerne dabei gewesen, das klingt alles so toll :) naja dafür durfte meine Schwester wenigstens lauschen
    Liebe Grüße
    Kati :)

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    1. Huhu liebe Kati,

      vielleicht findet es ja nächstes Jahr nochmal statt und du kannst auch dabei! :D

      Ganz liebe Grüße
      Kathi

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