Dienstag, 27. September 2016

REZENSION zu Schrei

Buchinfos

Titel: Schrei
Autor: Eric Berg
Seitenzahl: 160

Erschienen: 08.01.2015
Verlag: bloomoon
ISBN: 978-3-8458-0775-1

Preis: 12,99 €

Inhalt

Nach den Sommerferien kehrt Lulu mit Unbehagen an das Internat am See zurück, wo sie sich im Jahr zuvor heftigen Mobbingattacken ausgesetzt sah. Als sie in ihrem Zimmer ankommt, scheint es dort nahtlos weiterzugehen und auch ihre Probleme sind noch lange nicht behoben. Denn Lulu ist mit Lars zusammen und ist gleichzeitig in dessen besten Freund Niko verliebt. Ihr ist nur zu deutlich bewusst, dass sie sich für einen der beiden entscheiden muss, doch sie weiß nicht, an welchem der beiden Jungen ihr Herz mehr hängt. Doch sie muss sich entscheiden, bevor es zu spät wird, denn Unheimliches trägt sich am See in der Nähe des Internats zu, das mit ihrer Entscheidung in Verbindung zu stehen scheint.

Eigene Meinung

Dieses Buch ist in meinem Besitz gelandet, weil mich das gruselige Cover nahezu magisch angezogen hat. Doch was sich hinter dem Cover von "Schrei" entpuppt hat, war einfach nur grauenvoll und bekommt von mir zwei Eier. Ich weiß gar nicht, was in den Autor gefahren ist, diese Geschichte zu schreiben und wie der Verlag dazu kam, so ein Buch zu veröffentlichen. Aber der Reihe nach. Was mich zuerst an dem Buch gestört hat, waren die Charaktere selbst. Sie sind platt und wirken verschwommen, sind eher Silhouetten als echte Menschen. Da wäre zum einen die Hauptprotagonistin Lulu, die mir schon von den ersten Seiten an auf die Nerven ging. Einen Charakter, der dermaßen sprunghaft und zugleich unglaublich arrogant und naiv ist, habe ich schon lange nicht mehr in einem Buch angetroffen. Sie ist mit Lars zusammen und gleichzeitig mit dessen bestem Freund Niko, kann sich aber nicht entscheiden, welchen der beiden sie mehr liebt. Das Doofe an der Sache ist nur, dass man als Leser die Hintergrundgeschichte überhaupt nicht kennt und Lulu deshalb total platt rüberkommt. Während des Lesens hatte ich ständig das Gefühl, irgendetwas verpasst zu haben, da die Handlung zu dem Zeitpunkt einsetzt, als Lulu gegen ihren Willen an das Internat zurückkehrt. Es zeichnet sich zwar ab, dass im vorherigen Jahr etwas Schlimmes geschehen ist, doch nach der ach so tollen Auflösung wirkte das nur allzu aufgeplustert. Generell fand ich die Erzählweise höchst eigenartig. Zum einen gibt es da die Erzählperspektive von Lulu, bei der man zunächst davon ausgeht, dass dies die Gegenwart sei, was sich aber bald als eine Rekapitulation der vergangenen Ereignisse aus Lulus Sicht herausstellt, und auf der anderen Seite hätten wir die wie Zeugenberichte anmutenden Passagen unterschiedlicher Personen, auf die ich mir zu Beginn überhaupt keinen Reim machen konnte. Erst gegen Mitte bis Ende der Geschichte wird deren Sinn deutlich, jedoch finde ich diesen Aufbau nicht gerade spannungsfördernder. Was vielleicht auch daran liegt, dass die Geschichte an sich vollkommen gehaltlos ist, was sich besonders auf den letzten Seiten des Buches zeigt, wo ich mehr und mehr den Eindruck hatte, der Autor hätte selbst keine Lust mehr auf seine Charaktere und würde das Buch nach knapp 150 Seiten vorschnell beenden. Dort ist die Story nämlich auf einen kleinen Raum zusammengerafft und mündet in ein Happy-End, bei dem ich nur verständnislos den Kopf schütteln konnte. Auch jetzt bin ich mir wirklich nicht sicher, was Eric Berg mit seinem Werk "Schrei" bezwecken wollte. Für mich ist es definitiv eins der schlechtesten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe.

Bewertung


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen